LESERBRIEF: »Hand­tuch­gro­ße Grün­strei­fen«

Leser­brief aus dem West­fa­len-Blatt, 23.5.2014. Nach den Aus­sa­gen von Bür­ger­meis­te­rin Anne Roden­brock-Wes­sel­mann im gro­ßen WEST­FA­LEN-BLATT-Inter­view vom ver­gan­ge­nen Diens­tag zum Stadt­park gibt es wei­te­re Reak­tio­nen. Die Spre­cher der Stadt­park-initia­ti­ve mel­den sich eben­so zu Wort wie eine Lese­rin aus Hörs­te.

20140523 - WB - Leserbrief - 'Handtuchgroße Grünstreifen' - 900x

LESERBRIEF

»Hand­tuch­gro­ße Grün­strei­fen«

Viel­leicht hat­te doch der eine oder ande­re gehofft, die alte und ver­mut­lich auch neue Bür­ger­meis­te­rin von Hal­le wür­de in den Wahl-Inter­views das, Wort »Natur« wenigs­ten erwäh­nen, wenn auch schon nicht als Erhal­tungs­ziel für Hal­le pro­pa­gie­ren. Und sie tat es: Nach­dem in einem Gespräch mit einer ande­ren Zei­tung kein Gras­halm die Ehre hat­te, erwähnt zu wer­den, hol­te sie dies nun im WESTFALEN-BLATT gründ­lich nach, und Bür­ger und Bür­ge­rin­nen rei­ben sich die Augen: Haben wir denn gar nicht bemerkt, wie vie­le präch­ti­ge Parks wir haben, die­se wun­der­schö­nen hand­tuch­gro­ßen Grün­strei­fen, die unse­re Stadt zum Lust­wan­deln durch­wach­sen, das Spiel-Plätz­chen und — mit Ril­ke zu spre­chen — »dann und wann ein wei­ßer Ele­fant«, an dem man sei­ne Kin­der fest­bin­den kann, damit sie nicht den Super­markt stür­men. Ja, wir sind selbst schuld, wir haben ein­fach den Blick ver­lo­ren für die üppi­ge Schön­heit der Stadt, nicht zuletzt den Fried­hof als letz­te Ruhe­stät­te von Mensch und Natur. Wir haben doch schon alles, wir müs­sen nur rich­tig hin­se­hen, wir uner­sätt­li­chen Grün­ro­man­ti­ker. Augen auf, wenn die Fünft­kläss­ler der neu­en Gesamt­schu­le die Bau­zäu­ne mit »Wald und Flur« bema­len!

Scherz bei­sei­te: Ist es die sprich­wört­li­che Arro­ganz der Macht, die eine Frau wie Anne Roden­brock-Wes­sel­mann dazu treibt, eine wohl­mei­nen­de Bür­ger­initia­ti­ve öffent­lich so zu brüs­kie­ren? Men­schen, die einen weit­läu­fi­ge­ren Stadt­park nut­zen könn­ten, pro­phy­lak­tisch als »die fal­schen« zu dif­fa­mie­ren? Wahr­schein­lich tut ihr die­se ehr­li­che Respekt­lo­sig­keit aus wahl­tak­ti­schen Grün­den schon leid, aber eins soll­te sie uns ins Gedächt­nis rufen: Nichts und nie­mand ist alter­na­tiv­los.

P.S.: Sand ist die Res­sour­ce, die uns nach Was­ser als nächs­tes nach­hal­tig feh­len wird.

ANNETTE BROCKHOFF
33790 HALLE

 

Kom­men­tar der Stadt­par­kinitia­ti­ve

Sie­he hier­zu auch den Arti­kel­aus­zug: »Wachs­tum nicht um jeden Preis«.