LESERBRIEF: Galop­pie­ren­de Bebau­ung

Leser­brief aus dem West­fa­len-Blatt, 23.5.2014. Nach den Aus­sa­gen von Bür­ger­meis­te­rin Anne Roden­brock-Wes­sel­mann im gro­ßen WEST­FA­LEN-BLATT-Inter­view vom ver­gan­ge­nen Diens­tag zum Stadt­park gibt es wei­te­re Reak­tio­nen. Die Spre­cher der Stadt­park-initia­ti­ve mel­den sich eben­so zu Wort wie eine Lese­rin aus Hörs­te.

20140523 - WB - Leserbrief - Galopperende Bebauung - 900x

LESERBRIEF

Galop­pie­ren­de Bebau­ung

Nach den Aus­sa­gen von Bür­ger­meis­te­rin Anne Roden­brock-Wes­sel­mann im gro­ßen WEST­FA­LEN-BLATT-Inter­view vom ver­gan­ge­nen Diens­tag zum Stadt­park gibt es wei­te­re Reak­tio­nen. Die Spre­cher der Stadt­park-initia­ti­ve mel­den sich eben­so zu Wort wie eine Lese­rin aus Hörs­te.

Sehr geehr­te Frau Roden­brock-Wes­sel­mann,

Ihre Ant­wort führt uns vor Augen, wel­che Ein­stel­lung Sie zu dem Wunsch von jetzt bereits mehr als 600 Bür­ge­rin­nen und Bür­gern haben, in der Hal­ler Innen­stadt die letz­te grö­ße­re zen­tral gele­ge­ne Grün­flä­che von Bebau­ung frei zu hal­ten und zu einem Stadt­park zu ent­wi­ckeln, der die­sen Namen auch ver­die­nen wür­de.

Sind Park­an­la­gen gewöhn­lich der Stolz einer jeden Stadt, sehen Sie den alten Fried­hof und die Rest­grün­flä­chen am Rat­haus als aus­rei­chend für Hal­les Innen­stadt an. Das sehen unse­re zahl­rei­chen Unter­stüt­zer aber ganz anders. Die galop­pie­ren­de Bebau­ung und Ver­dich­tung in Hal­le mit dem Ver­lust von immer mehr Grün­flä­chen macht ihnen Sor­gen.

Der von Ihnen ange­spro­che­ne Lai­bach­park liegt viel zu weit vom Zen­trum ent­fernt.

Sie kön­nen sich nicht vor­stel­len, die gro­ße Flä­che auf dem Berufs­schul­ge­län­de vom Kreis Güters­loh zu erwer­ben? — Wir aber! Es stellt sich die Fra­ge: »Was ist uns in die­ser rei­chen Stadt ein Stadt­park wirk­lich wert oder schät­zen wir in Hal­le Grün­flä­chen nur, wenn man sie bebau­en kann?«

Zur­zeit hat das Gelän­de den Sta­tus als Schulerweiterungs(bau)fläche. Der Kreis hat schon lan­ge kei­nen Bedarf mehr dar­an und will die Flä­che ver­kau­fen. Die Stadt Hal­le allein ent­schei­det aber, ob es Wohn­bau­flä­che wird oder nicht. Wenn es ein Votum im Stadt­rat gäbe, dass das Gelän­de nicht bebaut wer­den sol­le, dann ‘könn­ten wir Hal­ler mit dem Kreis auf die­ser Grund­la­ge ver­han­deln.

Merk­wür­dig kommt uns die Aus­sa­ge eines Hal­ler Bau­amts­an­ge­stell­ten in einer Aus­schuss­sit­zung vor »Wir haben Hart­manns Eichen bereits ein­mes­sen las­sen«. Auch lie­gen uns Plä­ne vor, in die bereits Häu­ser und Park­plät­ze ein­ge­zeich­net sind. Bei­des unter­streicht für uns den Ein­druck, dass die Bebau­ung des Berufs­schul­ge­län­des längst abge­spro­che­ne Sache ist und dass wir, die Stadt­par­kinitia­ti­ve, die­se Plä­ne stö­ren.

Sie las­sen sich in Ihrem Inter­view sogar dazu her­ab, vor den »Fal­schen« zu war­nen, die die­sen mög­li­chen Stadt­park nut­zen könn­ten. Wir fra­gen Sie: »Ist das bei den von Ihnen auf­ge­führ­ten Grün­flä­chen nicht der Fall? Haben Sie kei­ne Ide­en, wie man Van­da­lis­mus und Ruhe­stö­run­gen ver­mei­den kann, und zwar in der gan­zen Stadt, auch auf Spiel­plät­zen und Schul­ge­län­den? Mit der War­nung vor einem Stadt­park wol­len Sie offen­kun­dig die Hal­ler Bevöl­ke­rung erschre­cken. Wei­ter­ge­dacht heißt das: Alles zubau­en, dann gibt es kei­nen Ärger!«

Wir wün­schen uns eine Bür­ger­meis­te­rin, die das Anlie­gen so vie­ler Men­schen ihrer Stadt ernst nimmt und sich anstrengt, das Vor­ha­ben nicht zu ver­hin­dern, son­dern zu ermög­li­chen.

Wir wer­den wei­ter um Unter­stüt­zung wer­ben und uns für unser Ziel »Hal­le zum Wohl­füh­len mit einem Stadt­park« mit Lei­den­schaft ein­set­zen.

Für die Initia­ti­ve:

GISELA BÜLTMANN
HARTMUT LÜKER
33790 HALLE

 

Kom­men­tar der Stadt­par­kinitia­ti­ve

Sie­he hier­zu auch den Arti­kel­aus­zug: »Wachs­tum nicht um jeden Preis«.