Ab an den Sand­strand im Dorf

Arti­kel aus dem West­fa­len-Blatt, 11.05.2015. 200 Besu­cher kom­men zur Eröff­nung des Bür­ger­parks — Umge­stal­tung kos­tet etwa 800 000 Euro

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Ab an den Sand­strand im Dorf

200 Besu­cher kom­men zur Eröff­nung des Bür­ger­parks — Umge­stal­tung kos­tet etwa 800 000 Euro

Von Rajku­mar Muk­her­jee

Stein­ha­gen (WB). Wohin man bei der Eröff­nung des Bür­ger­parks auch schaut: Die Kin­der bud­deln im Sand, klet­tern über Baum­stäm­me, Erwach­se­ne schau­en von den Bän­ken zu und auf dem neu­en Boc­cia-Platz flie­gen die Eisen­ku­geln. Ein hal­bes Jahr hat der Umbau gedau­ert, und die Besu­cher zie­hen ein über­wie­gend posi­ti­ves Fazit.

Am Sams­tag­nach­mit­tag eröff­ne­te Bür­ger­meis­ter Klaus Bes­ser das »Pro­jekt 5.2«. »Aber Bür­ger­park klingt doch viel schö­ner«, sag­te er, und vie­le der umste­hen­den Besu­cher nick­ten. Wäh­rend des bun­des­wei­ten Tags der Städ­te­bau­för­de­rung lud die Gemein­de die Bür­ger zum ers­ten Fla­nie­ren im Park ein. Fami­li­en mit Kin­dern, älte­re Besu­cher und Migran­ten spa­zier­ten über die neu­en Wege.

»Ich glau­be, dass sich das Ergeb­nis sehen las­sen kann und den erheb­li­chen Mit­tel­ein­satz recht­fer­tigt«, sag­te Klaus Bes­ser. Stein­ha­gen ver­fü­ge jetzt über einen Park, der in Orts­kern­nä­he über einen »attrak­ti­ven Auf­ent­halts- und Nah­erho­lungs­be­reich« ver­fügt. »Dar­um benei­den uns vie­le Kom­mu­nen zurecht«, sag­te Klaus Bes­ser. Etwa 800 000 Euro kos­te­te die Umge­stal­tung. 300 000 Euro sind aus Mit­teln zur Städ­te­bau­för­de­rung der Bezirks­re­gie­rung Det­mold ref­män­ziert. Wei­te­re 170000 Euro zahlt das Land NRW für Maß­nah­men zur Rena­tu­rie­rung des Gewäs­sers, die aus dem ursprüng­li­chen Kon­zept aus­ge­glie­dert wur­den.

»Der Mam­mut­baum fügt sich wun­der­bar in das Gesamt­bild ein.« Lin­da Fin­ke, Besu­che­rin

Mit der Auf­wer­tung im west­li­chen Grün­zug Stein­ha­gens waren die Gärt­ner bis ein­schließ­lich Sams­tag beschäf­tigt. Nicht alles, so räum­te Ste­phan Wal­ter, Lei­ter des Bau­am­tes der Gemein­de, ein, sei fer­tig­ge­stellt: »Eini­ge Bän­ke, Papier­kör­be oder Müll­ton­nen müs­sen noch instal­liert wer­den«, sag­te er. Auch Stän­der mit Spen­dern für Hun­de­kot­beu­tel und Fahr­rad­stän­der müs­sen noch auf­ge­baut wer­den. Zudem fehlt ein Spiel­ge­rät, an dem Senio­ren ihre Fit­ness trai­nie­ren kön­nen. »Eini­ge der Tei­le muss­ten nach­be­stellt wer­den, das Gerät wird aber in drei bis vier Wochen fer­tig sein«‚ sag­te Ste­phan Wal­ter.

Tief­grei­fend war die Umge­stal­tung des Par­kes, bei der Land­schafts­ar­chi­tekt Jür­gen Eden­feld aus Riet­berg bei­spiels­wei­se sechs kreis­run­de und ton­nen­schwe­re Beton­blö­cke als Über­gang im schma­len Abschnitt des Dorf­teichs vor­ge­se­hen hat­te. Vie­le der Besu­cher nutz­ten die­sen Über­gang, indem sie vor­sich­tig von Block zu Block spran­gen. Zudem wur­de viel ange­pflanzt: allei­ne bei­spiels­wei­se 4247 Stau­den, 500 Nar­zis­sen, 225 Sträu­cher, elf Bäu­me und etwa 1000 Qua­drat­me­ter Roll­ra­sen.

Besu­che­rin Lin­da Fin­ke aus Amshau­sen gefiel beson­ders, dass sich die Anpflan­zun­gen in den alten Baum­be­stand inte­grie­ren. »Die alten Kopf­wei­den wur­den beschnit­ten und auch der mäch­ti­ge Mam­mut­baum fügt sich doch wun­der­bar in das Gesamt­bild ein«, sag­te Lin­da Fin­ke. Mit Buth Mal­berg nahm sie auf den Lie­ge­bän­ken vor dem Matsch- und Sand­be­reich Platz. Dort bud­del­te der­weil die ein­jäh­ri­ge Lisa eif­rig und form­te mit Mut­ter Ste­fa­nie Oeh­ler und Cou­sin Erik (11) eine Sand­burg. »Wir sind sehr begeis­tert vom Park. Wo hat man schon einen klei­nen Sand­strand mit­ten im Dorf?«‚ sag­te Ste­fa­nie Oeh­ler.

Ein paar Meter wei­ter haben sich Lin­da Wie­be, Bri­git­te Worm und Kor­ne­lia Pott zu einem klei­nen Test auf eine der Sitz­bän­ke aus Beton nie­der­ge­las­sen. »Sie sehen pri­ma aus, sind aber für älte­re Per­so­nen etwas zu nied­rig«‚ sag­te Bri­git­te Worm. Kor­ne­lia Pott pflich­te­te ihr bei: »Run­ter kommt man leicht, aber rauf wird’s schwie­rig.«

Einen Vor­schlag hat­te Besu­che­rin Kat­rin Becker, die mit dem Fahr­rad in den Park gekom­men ist, es aber aus Rück­sicht auf die vie­len Besu­cher schiebt: »Ich wür­de Schil­der auf­stel­len las­sen, die das Fahr­rad­fah­ren unter­sa­gen.«

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Am Eröff­nungs­tag spielt (von links) Erik Oeh­ler (11) Lisa zusam­men mit sei­ner Tan­te Ste­fa­nie und Cou­si­ne Lisa im neu­en Sand- und Matsch­be­reich der Bür­ger­parks.

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Zu Eröff­nung haben Bür­ger­meis­ter Klaus Bes­ser (vor­ne links) und Land­schafts­ar­chi­tekt Jür­gen Eden­feld die Besu­cher begrüßt.

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Dag­mar Kies balan­ciert mit Sohn Niklas (3) über den Baum­stamm

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Die neu­en Bän­ke haben (von links) Lin­da Wie­be, Bri­git­te Worm und Kor­ne­lia Pott getes­tet. Ihr Urteil: Sie sind etwas zu nied­rig für Älte­re.

Fotos: Rajku­mar Muk­her­jee